10 Jahre Homöopathie in Malawi

10 Jahre Homöopathie in Malawi

Malawi, wo ist das denn?

So geht es den meisten Menschen, wenn sie zum ersten Mal von Malawi hören. Ich bin mittlerweile schon 10 Mal dort gewesen, einen Monat im Jahr, zu allen Jahreszeiten, immer als ehrenamtliche Mitarbeiterin für das Entwicklungsprojekt Eva Demaya Centre (EDC).

Malawi liegt in Südost-Afrika, ist eines der ärmsten Länder der Welt und mit knapp 18 Millionen Einwohnern, auf 1/3 der Fläche Deutschlands, ein dicht bevölkertes Land. Der Großteil der Bevölkerung (80%) lebt von Subsistenzlandwirtschaft und hat nur einmal im Jahr ein Einkommen, nämlich wenn die Tabakernte verkauft wird. Die medizinische Versorgung der Landbevölkerung ist völlig unzureichend, denn die Krankenhäuser liegen weit entfernt, bieten kostenpflichtige Leistungen an und den Transport dorthin können sich nur die wenigsten leisten.

Aus diesem Grund hat die Holländerin Jacqueliene Kouvenhoven hier mitten im Busch ein Zentrum errichtet, dessen Ziel die Unterstützung der Bevölkerung zur Verbesserung ihrer Lebensqualität ist. Eine Poliklinik, in der Schulmedizin, Homöopathie und traditionelle afrikanische Heilkunst unter einem Dach vereint sind, deckt die medizinische Versorgung. Das Geburtshaus sorgt dafür, dass Frauen unter fachkundiger Betreuung sicher entbinden können. Außerdem bietet das Eva-Demaya-Centre kostenlose HIV-Tests, -Beratung und –Prävention, Lebensmittel für Notleidende und Ausbildungsmöglichkeiten für Aidswaisen. Ein Kindergarten sorgt täglich für ein warmes Frühstück für die Kleinsten und ermöglicht Frauen eine Anstellung anzunehmen. Somit ist das EDC, mit seinen 60 Angestellten, einer der größten Arbeitgeber in der Umgebung.

Seit 10 Jahren nun unterstütze ich mit meiner Arbeit die homöopathische Klinik im EDC. Für einen Monat im Jahr lebe ich im Busch, ohne fließendes Wasser, ohne Strom und ohne den Komfort, den wir in unseren Breiten als normal bezeichnen würden.

Zu meinen Aufgaben gehören die Behandlung von Patienten, das Unterrichten und die Supervision von ausgebildeten Community Health Workers (Dorfgesundheitshelfer). Die homöopathische Praxis besteht aus drei grasgedeckten Hütten, eine zur Anamneseerhebung, eine für die Wundversorgung und eine zur Anmeldung und Medikamentenausgabe. Ausgestattet sind sie mit einem Schreibtisch, Stühlen, einer Untersuchungsliege und einer gut sortierten homöopathischen Arzneimittelauswahl. Für Verbandsmaterial, Salben und homöopathische Arzneimittel ist die Praxis auf Spenden angewiesen. Da keine Termine gemacht werden, weiß ich nie was mich erwartet, mal sind es nur sechs Patienten am Tag, mal sind es 30. Die offizielle Landessprache ist zwar Englisch, aber nur für Leute mit Schulbildung, hier wird Chitumbuka gesprochen, so dass ich zum Arbeiten einen Übersetzer brauche. Mittlerweile verstehe ich aber schon so viel Chitumbuka, dass meine Übersetzter oft lachen, wenn ich sie beim Übersetzen korrigiere. Und die Patienten sind begeistert wenn ich sie in ihrer Sprache begrüße!

Welche Krankheiten behandeln wir? Fast alles! Tropische Krankheiten wie Malaria, Bilharziose oder tropische Geschwüre, auch Würmer und Hauterkrankungen. Außerdem Unterernährung (vor allem Eiweißmangel), Epilepsie und Schlaganfall. Auch haben wir es öfters mit Schlangenbissen und Hundebissen zu tun. Und schließlich Krankheiten, die wir auch hier haben: Asthma, Augenentzündungen, Rheuma, Kopfschmerzen, Durchfall und Fieber diverser Ursachen.

Um für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, haben wir 2014 ein Ausbildungsprojekt für Community Health Worker begonnen. Ziel dieses Projektes ist es, medizinische Versorgung auch in sehr abgelegene Dörfer zu bringen. Wir haben derzeit drei Gruppen von Community Health Workern, die in 30 Dörfern nun akute Krankheiten wie Fieber, Durchfall und Verletzungen versorgen. Nun gilt es die Dorfgesundheitshelfer in ihrer Arbeit zu unterstützen, sie mit Fortbildungen und medizinischem Material zu versorgen, damit sie weiter für ihre Gemeinden sorgen können.

Zahnuntersuchung in MalawiWährend meinem diesjährigen Einsatz habe ich Kariesprophylaxe unterrichtet – ein großes Thema in einem Land in dem es kaum Zahnärzte gibt! Zuerst war es meinen Schülern unangenehm sich gegenseitig in den Mund schauen zu müssen, aber im Verlauf des Unterrichts haben sie sich immer besser eingearbeitet und die Wichtigkeit der Untersuchung verstanden. Die Ergebnisse waren zum Teil erschreckend: Massiver Kariesbefall.

Zähneputzen mit Anleitung in MalawiZum Abschluss des Unterrichts gab es für jeden eine Zahnbürste (Spende von Rewe-Marktleiter Herrn Schmidt) und praktischen Zahnputzkurs! Alle hatten Spaß, haben ihr Wissen erweitert und tragen dieses Wissen nun in ihre Dörfer und Familien. Das ist Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe!

Durch meine Arbeit in Malawi ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen: Homöopathie und Entwicklungszusammenarbeit zu vereinen. Auch mein kürzlich beendetes Studium der Gesundheitswissenschaften (BSc.) soll der Grundstein für weitere Projekte in diesem Sinne sein.

Gerne nehme ich Sach- und Geldspenden entgegen.

Kontakt: Tel: 06434 900512, email:

Oder direkt unter: http://www.evademaya.nl/?lang=en

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